WINTERHARTE PFLANZEN


Wenn nach reichlich Arbeit im Frühjahr der Garten vor bunter Pflanzenpracht erblüht, verschwendet man vielleicht noch nicht viele Gedanken an den Winter Ende des Jahres. Aber auch wenn viele Pflanzen ganz eigene Methoden haben, um Kälte und Frost zu überstehen, nimmt ein nicht geringer Teil im Winter ohne Frostschutz dauerhaften Schaden. Dazu zählen beliebte Hingucker wie Dahlien oder Primeln, viele exotische Pflanzen und ein Großteil von Balkonpflanzen. Wer sich also im nächsten Frühjahr Arbeit sparen und eine abwechslungsreiche und langlebige Gartenbepflanzung zu jeder Jahreszeit erreichen möchte, kann sich hier etwas näher mit winterharten Pflanzen beschäftigen.

Winterharte Pflanzen – das klingt ja eigentlich selbsterklärend.  Hinter dem Begriff steckt aber ein wenig mehr, als nur eine lange Liste mit vielen verschiedenen Pflanzennamen. Grundsätzlich sind solche Pflanzen winterhart, die für eine bestimmte Zeit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt erdulden können, ohne dabei beschädigt zu werden. Das ist aber in Bezug auf ihre genaue Toleranz nicht besonders aussagekräftig. Von zwei Pflanzen mit dem Label „Winterhart“, könnte zum Beispiel eine schon bei gerade einmal -1°C eingehen und die andere deutlich kältere Temperaturen ertragen. Um die Unterscheidung genauer zu treffen, gibt es Winterhärtezonen, die Auskunft darüber gehen, in welchen Gebieten die Chancen für das Überleben einer Pflanze am höchsten steht. Winterhärtezonen umfassen weltweit Gebiete von unter -45,6°C (Zone 1) mit der kältesten Zone und 4,5 °C und darüber (Zone 11) mit der wärmsten Zone. Zonen werden von 1 bis 11 durchnummeriert, wobei jede Zahl noch einmal in a und b unterteilt werden kann. In Deutschland haben wir je nach Region ganz unterschiedliche Winterhärtezonen, in den Hochalpen kann es bis unter -20°C kalt werden, während im Flachland die Temperaturen teilweise noch nicht einmal unter den Gefrierpunkt fallen. Auskunft darüber, welche Teile Deutschlands in welche Winterhärtezonen fallen, gibt der Deutsche Wetterdienst.

Grundsätzlich ist es zu empfehlen, Pflanzen mit einer Winterhärte von mindestens Z7 zu kaufen. Wenn die Zone nicht beim Kauf ersichtlich ist, fragen Sie am besten einfach nach, um sicher zu gehen, dass Ihre Pflanzen den Winter auch sicher überstehen.  
Überstehen – das wird Sie im Winter kaum überraschen - muss aber nicht unbedingt farbenfrohe Blüte bedeuten. Pflanzen können zwar winterhart und immergrün sein, viele werfe im Winter aber Blatt und Blüte ab. Stauden, wie z.B. die Pfingstrose oder der Gelbe Sonnenhut, winterharte Gräser und manche Blumen lassen alle oberirdischen Pflanzenteile absterben, um im Frühjahr neu auszutreiben. Gehölze wie der Buchsbaum oder der Feuerdorn lassen ihre Blätter fallen, andere Pflanzen streuen Samen aus, um zu sterben, und im Frühjahr den nächsten Zyklus beginnen zu lassen. Auch für den Balkon gib es ansehnliche Alternativen, die im Frühjahr neu austreiben. Dazu zählen die Glockenblume, die Immergrüne Schleifenblume oder die Winterharte Geranie (Storchenschnabel). Wer im Winter nicht nur auf kahle Äste oder leere Beete schauen will, kann ein paar immergrüne Pflanzen setzen. Eignen tun sich dazu die Stechpalme, die Immergrüne Magnolie oder Schneeheide. Besonders Letzteres lässt sich auch gut auf den Balkon packen und sorgt im Winter für ordentlich Farbe.
Trotz der generellen Winterhärte einiger Pflanzen, kann ihnen im Winter nicht nur die Kälte zum Verhängnis werden, sondern auch Nässe oder die sog. Frosttrocknis, bei dem durch einen gefrorenen Boden der Wassernachschub für Immergrüne Pflanzen unterbrochen wird. Gegen Ersteres hilft schon, Reisig auf die Erde zu legen, bei letzterem eine extra dicke Schicht Mulch und Laub. Weitere Tipps, wie man den Garten winterfest machen kann, finden Sie übrigens hier.